flamant noir waldorfschule GröbenzellBayerns beste Schülerfirmen kommen aus Rosenheim und von der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell: Die Schülerfirmen „flamant noir“ und „BommeLit“ sind die „Besten Bayerischen JUNIOR Unternehmen 2017“.

„BommeLit“ vom Ignaz-Günther-Gymnasium aus Rosenheim konnte mit Mützen mit reflektierenden Bommeln beim Landeswettbewerb am 29.4.2017 in der LfA Förderbank Bayern in München die 5-köpfige Experten-Jury überzeugen. Dasselbe gilt für „flamant noir“ von der Rudolf-Steiner-Schule aus Gröbenzell, deren Geschäftsidee die Herstellung von Möbeln aus Paletten ist. Beide werden nun Bayern beim JUNIOR Bundeswettbewerb am 22. Juni in Berlin gegenüber der Konkurrenz aus ganz Deutschland vertreten.

Die Siegerehrung des Landeswettbewerbs nahm Dr. Bernhard Schwab, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie persönlich vor.
Dr. Hans Schleicher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern, sprach seinen Respekt vor der Leistung der Schüler aus: „Mich beeindruckt besonders der Einfallsreichtum und die Professionalität, mit der die Schüler ihre Unternehmen führen. Von der Entwicklung der Geschäftsidee, bis hin zu Produktion, Marketing und Vertrieb werden alle Unternehmensprozesse durchlaufen. Unsere Unterstützung betrachten wir daher als Frühförderung künftiger Unternehmertalente.“

„Wir sind uns sicher, dass die Schüler in diesem Projekt fürs Leben lernen und viele Erfahrungen machen, die sie fit für das Berufsleben machen – als selbstständige Unternehmer, aber auch als Arbeitnehmer. Es gibt kaum ein anderes Projekt, bei dem die Schüler eine solche Entwicklung machen: in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Auftreten und in ihrem Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge.“ so Michael Mötter, Stellv. Geschäftsführer im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Beim Bundeswettbewerb am 22. Juni 2017 konkurrieren insgesamt 14 Länderteams um den Deutschland-Titel.
Für den nationalen Sieger ist die Reise damit noch nicht zu Ende: Er fährt Mitte Juli zum Europawettbewerb nach Luzern.

Mehr Informationen zu dem JUNIOR-Projekt.

Flamant Noir webDie Gröbenzeller Schülerfirma 2017:

Möbel, die Geschichten erzählen

Seit zehn Jahren betreut Daniela Göttel, Lehrerin für Biologie und Chemie an der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell, das Projekt „JUNIOR – Schüler erleben Wirtschaft“. Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse gründen jeweils für ein Jahr ein Unternehmen. In der Vergangenheit gab es schon Catering-Firmen, T-Shirt-Handel, Möbel, Schmuck oder einen Party-Service. Das aktuelle JUNIOR-Projekt "Flamant Noir" entwickelt Produkte im Home- und Lifestylebereich.

Im Lauf des Schuljahres hat jede Schülerfirma auch die Chance, sich bei verschiedenen Wettbewerben beweisen zu können. Als Auswahlkriterium dient der Geschäftsbericht, die Team-Arbeit, der Präsentations-Stand, die Bühnen-Präsentation und ein Jury-Interview, das Schlüsselqualifikationen und wirtschaftliches Denken hinterfragt. Erstmals nun wurde das JUNIOR Projekt "Flamant Noir" mit dem 1. Preis im Landeswettbewerb Bayern ausgezeichnet.

"Wir haben uns erfolgreich gegen 109 weitere Firmen durchgesetzt und damit die Auszeichnung 'Bestes Schülerunternehmen Bayerns' erhalten. Nun darf unser Unternehmen "flamant noir" in Berlin das Bundesland Bayern vertreten", freut sich Johanna Dalen, Schülerin der 10. Klasse.

Der Zweig 'Home' von "Flamant Noir" umfasst Möbel, die aus gebrauchten Euro-Paletten hergestellt werden und greift damit die Themen Recycling und Nachhaltigkeit auf. "Unsere Philosophie ist, dass die Paletten, die wir verarbeiten, durch ihre Reise durch die Welt Geschichten erzählen und somit Lebendigkeit verkörpern", erklärt Zehntklässlerin Viola Schadde. "Im Bereich 'Lifestyle' bieten wir Nackenrollen, die optimale Entspannung versprechen und unter anderem auch der Polsterung der Palettenmöbel dienen. Das Besondere hierbei ist, dass wir sie in Bioqualität anbieten." In beiden Bereichen sehen die Schülerinnen und Schüler noch vielfältige Ausbaumöglichkeiten.

Zur Finanzierung ihrer Geschäftsidee suchten und fanden die Jungunternehmer Interessenten, die bereit waren, Anteile an der Firma zu erwerben und so das JUNIOR-Projekt finanziell zu unterstützen. Auf einer im Januar abgehaltenen Hauptversammlung wurde dann die Idee formell genehmigt. Seit November produzieren die Schülerinnen und Schüler auf Kundenauftrag und -wunsch handgefertigte Lifestyle-Möbel. Viola Schadde: "Unsere Zielgruppe sind vor allem junge Menschen und Erwachsene, die auf die Umwelt achten und die progressiv ihr Zuhause gestalten wollen." Der Vertrieb der Produkte erfolgt über die eingerichtete Website www.flamant-noir.com sowie über die Präsenz an Märkten und Messen. Der Firmenname „Flamant Noir“ leitet sich aus dem Französischen ab und bedeutet übersetzt „schwarzer Flamingo“.

Foto: Wirtschaft im Dialog im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Jasper Scholz (Flamant noir)

schuleimwandel

 

"Und kurioserweise ist es so, dass wir durch die Art, uns zum Kind zu stellen, in uns die Liebe zum Kind entwickeln, dass wir es dahin bringen, es mit immer größerer Liebe zu erfassen. Und wir erwerben uns gerade dadurch eine mächtige Hilfskraft, das Kind liebend zu unterrichten und zu erziehen."

Rudolf Steiner

 

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