A K T U E L L E S

Südbayerisches Seminar für Waldorfpädagogik und Erwachsenenbildung e.V.
03. August 2010Wirtschaft anders denken - eine Werkstattwoche
Ismaning: Lehrer, Schüler und Eltern der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning wollen in einer bisher wohl einmaligen Art und Weise das Thema „Wirtschaft anders denken“ für eine komplette Woche in den Mittelpunkt der ganzen Schule stellen. Im Rahmen einer Werkstattwoche wird vom 26.09. - 01.10.2010 für die gesamte Oberstufe (Klasse 9-12) kein üblicher Unterricht gegeben, sondern es werden zum Thema Wirtschaft Kurse, Workshops, Betriebsbesichtigungen, Plenen, Filme, Vorträge und relativ neuartige Formen der gemeinsamen Arbeit wie „Open Space“ angeboten. Neben einem Einblick in die „Realwirtschaft“ soll der Schwerpunkt auf einer Erarbeitung liegen, wie denn eine „Idealwirtschaft“ aussehen könnte. In dieser Woche halten eine Vielzahl hochkarätige Fachleute Vorträge und geben Kurse. Am Mittwoch, den 29.09.2010, sind auch Oberstufen-Schüler anderer Waldorfschulen eingeladen. Zusagen gibt es von München-Schwabing (4 Klassen), München-Daglfing (8 Klassen), Gröbenzell (3 Klassen), Wendelstein b. Nürnberg (2 Klassen), Prien, Landsberg (3 Klassen), Augsburg (1-2 Klassen). Es werden an diesem Mittwoch über 600 Schüler teilnehmen. Wegen des großen Interesses wird für die Waldorfschulen Prien, Augsburg, Landsberg und Rosenheim sowie für einzelne Klassen der Hauptschule Ismaning, der Realschule Ismaning sowie des Gymnasiums Garching am Dienstag, den 28.09.2010, ein zusätzliches Programm angeboten. An diesem Tag werden etwa 400 Schüler teilnehmen. Alle Interessierte können an einer Vielzahl von öffentlichen Vorträgen und Workshops teilnehmen. Weitere Informationen: www.wirtschaft-anders-denken.de |
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23. Oktober 2009Seit 90 Jahren eine „unverzichtbare Bereicherung“: Waldorfschulen feiern Jubiläum mit großem BildungskongressStuttgart: „Vor 90 Jahren ging von diesem Ort aus ein Erdbeben durch die pädagogische Landschaft“. Mit diesen Worten eröffnete Walter Riethmüller vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen den Kongress zum 90. Geburtstag der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe, zu dem am Freitag rund 600 Besucher nach Stuttgart gekommen waren. Mit der Pädagogik Rudolf Steiners sei etwas Unerhörtes in die Diskussion gekommen, eine Unterrichtsmethode, die sich ohne Berücksichtigung der Anforderungen von außen nach den Erfordernissen der „menschlichen Gesamtwesenheit“ richte. Riethmüller äußerte die Hoffnung, dass von dem Kongress „Wachmomente und Impulse“ für die Waldorfschulbewegung ausgehen. Zum Kongress waren Politiker, Bildungsexperten, Eltern, Lehrer und Schüler eingeladen. Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger. In seinem Grußwort betonte Oettinger, die Waldorfschulen „ergänzen und bereichern unsere Schullandschaft“. Durch einen anderen pädagogischen Ansatz auf der Basis des anthroposophischen Menschenbilds schafften sie für Eltern eine Alternative bei der Schulwahl. Auch Vertreter aller vier im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien überbrachten Glückwünsche zum Jubiläum und unterstrichen die wichtige Vorreiter- und Vorbildrolle der Waldorfschulen auch für das staatliche Schulwesen. Dr. Birgit Arnold (FDP) hob hervor, mit der ersten Waldorfschule sei eine höchst innovative Konzeption umgesetzt worden. Sie stellte den Waldorfschulen in Baden-Württemberg eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse auf 80 Prozent in Aussicht. Brigitte Lösch (Grüne) unterstrich das ganzheitliche Konzept der Waldorfpädagogik: hier werde nicht nur Wissen, sondern auch Handlungskompetenz an die Schüler vermittelt. Martin Körner (SPD) begrüßte die verstärkte Hinwendung der Waldorfschulen auch zu Schülern in sozialen Brennpunkten. Er ermunterte sie, diesen Weg fortzusetzen, der mit der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim eingeschlagen worden sei. Volker Schebesta (CDU) dankte für die „konstruktive Zusammenarbeit“ bei der Entwicklung eines Finanzierungsmodells für freie Schulen und lobte die Impulse für das öffentliche Schulwesen wie Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse. Henning Kullak-Ublick vom Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen ging in seinem Redebeitrag auf die Freiheit des Lehrers in Zeiten zunehmender Standardisierung im Bildungswesen ein. Diese Freiheit bestehe im „erziehungskünstlerischen Blick“ auf den Schüler, der durch fortwährendes eigenes Forschen des Lehrers entwickelt werde. Von Anfang an sei das „Programm“ der Waldorfschulen ausschließlich das Interesse für das Kind und den Jugendlichen gewesen. In dieser individuellen Verantwortung des Lehrers sah Kullak-Ublick dann auch die Basis für eine Kultur der Zukunft. Entscheidend sei die Beziehung zum Kind, so Kullak-Ublick. Vorträge und Podiumsdiskussionen des Kongresses befassten sich mit Vorraussetzungen gelingenden Lehrerhandelns. Dazu vertrat der Neurobiologe und bekannte Buchautor Prof. Joachim Bauer die These, neueste Ergebnisse der Hirnforschung forderten „eine Renaissance der Beziehungen in der Pädagogik“. Ohne Beziehung zwischen Lehrer und Schüler gebe es keine Motivation, hier entstünden die gegenwärtigen Probleme im Schulwesen. Prof. Bauer erläuterte, wie Ausgrenzung und mangelnde Akzeptanz Motivation verhinderten und Aggressivität auslösten. „Die Schule ist nicht der Ursprung, sondern die Bühne, auf der das alles ausgetragen wird“, betonte er. In Foren des Kongresses wurden außerdem Themen wie „Schule der Zukunft“, „Bedeutung der Elternmitarbeit“, „soziale und interkulturelle Herausforderung“ sowie der Übergang von der Schule in die Hochschule besprochen. |
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12. Okt. 2009Erziehungskunst - Zeitschrift für Waldorfpädagogik wird PublikumszeitschriftInformationen über Waldorf- und Reformpädagogik sollen alle interessierten Eltern erreichen – Auflage deutlich erhöht Stuttgart. Die traditionsreiche Zeitschrift für Waldorfpädagogik, die „Erziehungskunst“, erscheint ab Oktober dieses Jahres in neuer Gestaltung und mit einer stark erhöhten Auflage von 70.000. „Wir brauchen ein Publikationsorgan, das der größten freien reformpädagogischen Schulbewegung in Deutschland entspricht“, erläuterte Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen, der die Zeitschrift herausgibt. „Die Zahl der Waldorfschülerinnen und -schüler in Deutschland entspricht inzwischen der eines Bundeslandes. Wir wollen ihnen und allen reformpädagogisch interessierten Eltern, Schülern und Lehrern eine Stimme geben und zu einem lebendigen Austausch über pädagogische Initiativen beitragen.“ Die Zeitschrift, die seit 1927 erscheint, gehört zu den führenden Periodika der reformpädagogischen Bewegung in Deutschland. Mit ihrem Relaunch wandelt sich die „Erziehungskunst“ von einer „Special-Interest-Zeitschrift“ zu einem lesefreundlichen pädagogischen Publikumsmagazin. Die äußere Gestaltung und das Format entsprechen dem zielgruppenorientierten Aufbau des neuen Heftes. Schüler werden mit der Rubrik „Junge Autoren“ ebenso angesprochen wie Lehrer, die wertvolle Tipps zur Unterrichtspraxis darin finden. Kindergärtnerinnen und junge Eltern lesen Beiträge zur frühen Kindheit und auch kritische Stimmen kommen in der Rubrik „Gegenlicht“ zu Wort. Anfang 2010 vervollständigen die „Erziehungskunst-online“ sowie die wissenschaftlich ausgerichtete „Erziehungskunst spezial“ das Angebot. Neugestaltung und höhere Auflage waren mit großer Mehrheit von den Schulen und Hochschulen befürwortet worden, die sich im Bund der Freien Waldorfschulen zusammengeschlossen haben. Seit der Begründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart im Jahre 1919 wuchs die Zahl der Schulen in Deutschland auf 215 an, weltweit auf 1000. Entsprechend wuchs der Informationsbedarf der Öffentlichkeit, aber auch der Eltern, die sich für diese Pädagogik interessieren oder sich näher mit ihr auseinandersetzen wollen. Die Startauflage der „Erziehungskunst“ ist bereits vergriffen, für die nächste Ausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift wird nachgelegt werden müssen. Das Einzelheft kostet 4,90 Euro, das Jahresabonnement (das ein Exemplar der „Erziehungskunst spezial“ einschließt) kostet 40 Euro. Zu bestellen beim Verlag freies Geistesleben, Landhausstraße 82, 70190 Stuttgart, Tel. 0711-2853 200, E-Mail: antje.breyer@geistesleben.com |


Ismaning: Lehrer, Schüler und Eltern der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning wollen in einer bisher wohl einmaligen Art und Weise das Thema „Wirtschaft anders denken“ für eine komplette Woche in den Mittelpunkt der ganzen Schule stellen. 